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Bolivien nach Rücktritt von Morales: Gegner verwüsten und plündern sein Haus

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Videoaufnahmen sollen zeigen, wie das Haus von Evo Morales, kurz nachdem er am Sonntag als Präsident Boliviens zurückgetreten war, von seinen Gegnern verwüstet und geplündert wird. Bei seinem Rücktritt, zu dem er sich durch Opposition und Militär gezwungen sah, hatte er seine Gegner aufgefordert, die Gewalt einzustellen.

Der bolivianische Ex-Staatschef Evo Morales verkündete am Sonntag seinen Rücktritt. Wenige Stunden zuvor hatte er noch Neuwahlen vorgeschlagen. Doch der Vorschlag konnte nicht zur Beruhigung der Lage im Land beitragen. Er sah sich von Opposition und Militär zum Rücktritt gezwungen, um ein Blutbad zu vermeiden, und spricht ganz offen von einem Staatsstreich gegen ihn. Kurz nach seiner Rücktrittsankündigung sollen Vermummte sein Haus gestürmt haben, gefolgt von Gruppen gewalttätiger Gegner von Morales. Sie verwüsteten das Haus, plünderten Habseligkeiten des Ex-Präsidenten und versuchten dann, selbiges in Brand zu setzen. Allerdings sollen Nachbarn dies verhindert haben.

Neben Morales hat eine ganze Reihe von Ministern ebenfalls ihre Posten verlassen, nachdem auch sie von gewalttätigen Oppositionsgruppen bedroht und dazu gedrängt wurden. So wurde etwa das Haus des bolivianischen Ministers für Bergbau und Metallurgie, César Navarro, von einem Mob angegriffen und in Brand gesteckt. Er legte daraufhin unverzüglich sein Amt nieder.

Auch auf das Haus von Evo Morales' Schwester wurde ein Brandanschlag verübt.



Morales schrieb dazu:

Die Putschisten, die mein Haus angegriffen und das meiner Schwester in Brand gesteckt haben, drohten, Minister und deren Kinder zu töten, und quälten eine Bürgermeisterin, verbreiten nun Lügen und versuchen, uns für das Chaos und die Gewalt zu beschuldigen, die sie jedoch verursacht haben. Bolivien und die Welt sind Zeugen des Putsches.

Morales' Rücktritt am Sonntag gingen wochenlange Proteste voraus, bei denen die Protestierenden angeführt von der Opposition das Ergebnis der Parlamentswahlen vom 20. Oktober anzweifelten. "Ich trete als Präsident zurück, damit (Carlos) Mesa und Luis Fernando damit aufhören, die sozialen Führer zu verfolgen", sagte er mit Verweis auf jene Oppositionelle, die zu Protesten gegen ihn mobilisiert hatten.

Morales soll sich mittlerweile auf dem Weg nach Mexiko befinden, nachdem ihm dort Asyl gewährt worden war. Er versicherte aber, gestärkt zurückzukehren und dass der Kampf noch nicht vorbei sei.

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